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03.03.2019 - Kandidat Baier sieht keinen Bedarf für eine neue B 65

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Presse

Besuch in Bad Essen
Kandidat Baier sieht keinen Bedarf für eine neue B 65

von Redaktion

Bad Essen

 

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Im Vorfeld der Landratswahl lädt die Bürgerinitiative „Stoppt die B65 neu“ alle Kandidaten zu Gesprächen ein. Nach Anna Kebschull war nun der SPD-Politiker Dr. Horst Baier, der als unabhängiger Kandidat antritt, bei der Initiative zu Gast. Termine mit Frank Vornholt und Dr. Michael Lübbersmann werden folgen. Foto: Initiative Stoppt B 65 neu.

 

Harpenfeld. Landratskandidat Dr. Horst Baier sieht keinen Bedarf für eine Trasse der B 65 in der Gemeinde Bad Essen.

 

Im Vorfeld der am 26. Mai stattfindenden Landratswahl lädt die Bürgerinitiative „Stoppt die B65 neu“ alle Kandidaten zu einem Gespräch ein. Nach Anna Kebschull war nun der SPD-Politiker Dr. Horst Baier, der als unabhängiger Kandidat antritt, bei der Initiative zu Gast. Termine mit Frank Vornholt und Dr. Michael Lübbersmann werden folgen.

Im Gespräch mit Horst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück, gab es Gelegenheit, im Gelände nördlich von Bad Essen den zukünftig geplanten Trassenverlauf darzustellen. Argumente bezüglich Landschaftsschutz und Erhaltung von Kulturgütern, Trinkwasserschutzgebiet, Artenvielfalt usw. konnten von der Bürgerinitiative vorgetragen werden und fanden Verständnis. Insbesondere wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass aufgrund der schon bestehenden Ost-West-Verbindungen (A 30, bestehende B 65 und L 770) aus Sicht der Bürgerinitiative kein Bedarf besteht, "eine neue Trasse durch so wertvolles Gebiet zu legen."

Schutzgebiet bewahren

Ein großes Problem sehe er darin, dass ein großes Landschaftsschutzgebiet auch mit seltenen Vögeln und anderen Arten zerschnitten und im Prinzip zerstört werde, so Baier. Er glaube nicht, dass diese wertvollen Gebiete an anderer Stelle, vor allem nicht in der näheren Umgebung, kompensiert werden könnten.

Nach seiner Auffassung verfügt der Landkreis Osnabrück nur über sehr wenig naturnahe Landschaften im Vergleich zu anderen Regionen. Die Zerstörung einer so wertvollen Fläche wäre aus Sicht von Baier daher kontraproduktiv. 

Touristische Bedeutung

Zusätzlich würde eine neue B 65 nach seiner Einschätzung sehr starke Einschränkungen für die weitere Entwicklung von Bad Essen nach sich ziehen. Bad Essen sei seit der Landesgartenschau auf einem guten Wege, sich auch als Tourismusstandort zu entwickeln. Gerade die beiden Schlösser in der Nähe von Bad Essen, die durch eine Trasse B 65 neu gefährdet seien, hätten eine wichtige touristische Bedeutung, die nicht zu unterschätzen sei.

Ein weiteres wichtiges Thema sei, dass man sich nach Einschätzung Baiers  grundlegende Gedanken machen sollte zur Entwicklung im Wittlager Land: „Will man sich als Industriestandort weiterentwickeln mit den entsprechenden Folgen für das Verkehrsaufkommen und den Landschaftsverbrauch? ... Ich würde dafür plädieren, dass man die weitere wirtschaftliche Entwicklung noch einmal kritisch auf den Prüfstand stellt, insbesondere was Großprojekte und Großansiedlungen anbelangt, da jetzt schon Arbeitskräftemangel herrscht und bei Neuansiedlungen von Firmen ein Arbeitskräftewettbewerb mit den alteingesessenen Unternehmen entsteht.Da muss man auch den Zusammenhang sehen zwischen der industriepolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung und wachsenden Verkehren“. 

"Projekte auf Prüfstand"

In diesem Zusammenhang erwähnte Dr. Baier auch, dass neue Projekte wie der geplante Hafen Stirpe neue Verkehrsbelastungen bringen werde und "den Druck auf den Bau der neuen B 65 erhöhen wird." Als Landrat wolle er, Baier, die Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Hafen nochmal kritisch prüfen lassen. Auch die Planungsgrundlagen, die Prognosen zum Verkehrsaufkommen, die Kosten-Nutzen-Analyse und die ganzen Belastungen eines Projekts “ B 65 neu“ gehörten auf den Prüfstand. Nach  Ansicht Baiers sei der bisher grob festgelegte Trassenverlauf aufgrund vielfältiger Konflikte mit Wohnbebauung, Kulturdenkmälern und wertvollen Biotopen "nicht haltbar". Wenn 2025 ein neuer Verkehrswegeplan erarbeitet würde, könne man mit Hilfe der Bundestagsabgeordneten versuchen, dass dieses Projekt herausgenommen werde.


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Ausgabe: Wittlager Kreisblatt
Veröffentlicht am: 03.03.2019

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26.02.2019: Landratskanditatin Kebschull zu Besuch

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Am 26. Mai 2019 sind Landratswahlen im Landkreis Osnabrück.

 

Vier Kandidaten bewerben sich um das Amt:

 

Horst Baier (unabhängig, von der SPD unterstützt)
Anna Kebschull (Bündnis 90/Die Grünen)
Michael Lübbersmann (CDU)
Frank Vornholt ( unabhängig)

 

Wir von der Bürgerinitiative haben alle Kandidaten eingeladen, um über das Thema „B65 neu“ vor Ort zu informieren und uns über die diversen Standpunkte auszutauschen.

 

Den Anfang machte am 21. Februar die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Anna Kebschull.

 

Frau Kebschull unterstützt unser Anliegen sehr engagiert und sieht ihre Aufgabe als Landrätin u.a. darin, sich aktiv für ein besseres Verkehrskonzept einzusetzen, das eine Trasse „B65 neu“ letztendlich überflüssig macht.

 

Lesen hier den ausführlichen Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung / Wittlager Kreisblatt.

Ihre Bürgerinitiative "Stoppt-B65-neu

22.02.2019 - Grüne Kandidatin zu Gast bei Bad Essener Bürgerinitiative

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Presse

Langer Atem gegen Schnellstraße
Grüne Kandidatin zu Gast bei Bad Essener Bürgerinitiative

von Kerstin Balks

Bad Essen

 

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Sprachen sich gegen die angedachte neue Trasse der B 65 aus: Lutz Mardorf, Luise von dem Bussche-Hünnefeld, die Landratskandidatin der Grünen, Anna Kebschull, Elisabeth Mardorf, Klaus Fricke, Philip von dem Bussche-Ippenburg und Lene von dem Bussche-Hünnefeld. Foto: Kerstin Balks

 

Harpenfeld. Am 26. Mai wählt der Landkreis Osnabrück einen neuen Landrat oder eine neue Landrätin. Die Bürgerinitiative "Stoppt die B 65 neu" nimmt dies zum Anlass, die Kandidaten einzuladen – um die Argumente gegen den Bau der neuen Trasse vorzustellen und, umgekehrt, die Position der Politiker zum Thema kennenzulernen. Den Anfang machte jetzt die Kandidatin der Grünen, Anna Kebschull.

 

"Wir sind nicht gegen die Wirtschaft, aber wir wollen die Unsinnigkeit der Meldelinie darstellen", dies klarzustellen war das Anliegen von Philip von dem Bussche im Gespräch mit Anna Kebschull, der Kandidatin der Grünen für die Landratswahl 2019. Eine Umgehungsstraße für Wehrendorf sei durchaus sinnvoll, rechtfertige jedoch in keiner Weise das weiträumig angelegte Vorhaben. 

Auch wenn es erwartungsgemäß bei der grünen Politikerin keiner Überzeugungsarbeit bedurfte, so waren es doch ausschließlich Sachargumente, die diskutiert wurden. Besagte Meldelinie, wie die im Bundesverkehrswegeplan gelistete Trasse heißt, führt teilweise durch Landschaftsschutzgebiete, durch zusammenhängende landwirtschaftliche Nutzflächen und durch ein Wassergewinnungsgebiet. Sie würde durch Zubringerknoten weitere Flächen zerschneiden und widerspreche zudem, so die Auffassung der Bürgerinitiative, dem touristischen Selbstverständnis der Gemeinde Bad Essen als Città Slow.

Anna Kebschull, die sämtlichen Argumenten beipflichtete, verwies zudem auf die besonderen geologischen Gegebenheiten: Wie auch bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative vorgetragen, plant der Wasserverband Wittlage nämlich die Beantragung des betroffenen Trinkwassergebietes als Wasserschutzgebiet. Ein ausgewiesenes Wasserschutzgebiet aber, so Kebschull, würde die Machbarkeit der angedachten Trasse erschweren.

 

Stärkung der Schiene

Sie sieht die Zukunft in der Stärkung der Schiene – sowohl für den Güter- wie auch für den Personenverkehr. Das Hafenprojekt dürfe ohnehin nicht ohne Gleisanschluss gedacht werden; der ÖPNV im Landkreis müsse ausgebaut werden. Dafür beabsichtige sie sich als Landrätin stark machen. Auch wolle sie, so sie denn gewählt werden sollte, die Argumente gegen die neue B 65 "auf politischer Ebene höher platzieren", schließlich sei Osnabrück ein großer Landkreis, dessen Landrat oder Landrätin auf jeden Fall gehört werde. Darüber hinaus müsse man die "verwaltungsrechtlichen Stellschrauben nutzen" und Gespräche mit dem Bund, den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und den Verkehrsträgern führen – für ein besseres Verkehrskonzept, das die Trasse letztlich überflüssig mache. Kebschull lobte die Bürgerinitiative "Stoppt die B 65 neu": Mit bürgerschaftlichem Engagement, mit transparenten Prozessen und Teilhabe lasse sich viel bewegen – "auch wenn man einen langen Atem braucht", den die Initiative aber offensichtlich besitze.

 

Weitere Gespräche mit den Kandidaten der anderen Parteien, Michael Lübbersmann (CDU), Horst Baier (SPD) und Frank Vornholt (unabhängig) finden in den kommenden Wochen statt; am Samstag, 11. Mai, lädt die Bürgerinitiative wieder zu ihrem Schnatgang. Er wird voraussichtlich in Hünnefeld beginnen und in der Remise von Ippenburg enden.


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Ausgabe: Wittlager Kreisblatt
Veröffentlicht am: 22.02.2019

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